Mieteingang automatisch prüfen — nie wieder Kontoauszüge abgleichen.
Ein Mieter überweist zu wenig, einer zu spät, einer gar nicht — und du bemerkst es erst beim Blick auf den Kontoauszug. Der automatische Mieteingangs-Abgleich löst das Problem in Sekunden statt Stunden.
Ein automatischer Mieteingangs-Abgleich verbindet dein Konto per PSD2-Schnittstelle mit der Vermieter-Software, matcht Buchungen mit den erwarteten Mieten und markiert Abweichungen. Zahlungsverzug tritt nach § 286 BGB spätestens 30 Tage nach Fälligkeit ein, § 556b BGB regelt die Fälligkeit zum Dritten des Monats.
Warum manuelles Abgleichen schleichend teuer wird
Bei einer Wohnung merkst du am 3. des Monats, ob die Miete da ist. Bei fünf Wohnungen dauert der Abgleich schon eine halbe Stunde — pro Monat. Bei zehn Wohnungen liegen im Jahr rund 12 Stunden reine Ablese-Zeit auf dem Tisch, plus die Nachverfolgung bei Abweichungen. Vor allem übersiehst du zu kleine Überweisungen: 30 € zu wenig, weil der Mieter die alte Miete überwiesen hat, summieren sich über ein Jahr auf 360 €.
Automatischer Abgleich kehrt die Logik um: Statt jeden Kontoauszug zu prüfen, siehst du nur die Buchungen, die nicht passen. Das reduziert den Prüfaufwand um über 90 Prozent.
Wie die technische Kette funktioniert
- Konto per PSD2-Schnittstelle anbinden — TAN, danach lesender Zugriff (kein Zahlungsauslösedienst nötig).
- Software zieht Buchungen im Zeitraum der Mietperiode.
- Matching-Algorithmus vergleicht IBAN des Mieters, Verwendungszweck und Betrag mit den erwarteten Mieten.
- Treffer werden automatisch als bezahlt gebucht.
- Nicht-Treffer landen im Ausnahmefach — mit Vorschlag zur Zuordnung.
- Nach Toleranzfrist (z. B. 5 Tage) erfolgt eine Zahlungserinnerung, nach 30 Tagen die Mahnung nach § 286 BGB.
Was der Matcher können muss
| Fall | Erwartetes Verhalten | Fallback |
|---|---|---|
| Betrag stimmt, Verwendungszweck fehlt | Automatisch buchen | — |
| Betrag stimmt, IBAN abweichend (Neuer Mieter Freund) | Warnung, manuell prüfen | Freigabe durch Vermieter |
| Betrag zu niedrig | Teilzahlung buchen, offene Restforderung ausweisen | Nachfrage per E-Mail |
| Betrag zu hoch | Guthaben ausweisen (Vorauszahlung angepasst?) | Rückzahlung oder Verrechnung |
| Zahlung außerhalb der Frist | Verzugstage zählen ab § 556b BGB | Mahnstufe erhöhen |
| Keine Zahlung | Automatische Erinnerung nach Karenzzeit | Mahnung nach § 286 BGB |
Rechenbeispiel: Verzugszinsen 2025/26
Ein Mieter zahlt eine Warmmiete von 950 € um 40 Tage zu spät. Verzugszinsen für Verbraucher nach § 288 Abs. 1 BGB: 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (2025: 3,37 %, macht 8,37 %). Rechenweg: 950 € × 8,37 % × 40 / 365 = 8,71 € Zinsen. Klingt wenig — aber bei zehn Einheiten und drei verspäteten Zahlungen pro Jahr entspricht das rund 260 € entgangenem Zinsanspruch. Automatischer Abgleich rechnet die Verzugstage mit und weist die Forderung getrennt aus.
Wer den Abgleich, die Verzugstage und die Mahnstufen nicht per Hand pflegen will: In Rentprime bindest du dein Konto einmal an — die App bucht Eingänge automatisch, zählt Verzugstage ab § 556b BGB und schlägt bei überfälligen Zahlungen die Mahnstufe vor.
Datenschutz und Bank-Sicherheit
- PSD2-Zugriff ist rein lesend — keine Überweisungen ohne deine TAN.
- Die Software speichert nur die Buchungen, die zu Mietern gehören — Privatbuchungen bleiben draußen.
- Verschlüsselung TLS 1.3, Zugriff mit MFA (§ 32 DSGVO, Art. 32 DSGVO).
- Nach § 675k BGB kannst du den Zugriff jederzeit widerrufen.
Der Weg zur Mahnung — rechtssicher
- Fälligkeit zum Dritten des Monats prüfen (§ 556b BGB).
- Karenzfrist von 3 bis 5 Tagen für Buchungslaufzeiten setzen.
- Erste Zahlungserinnerung als freundlicher Hinweis, keine Kosten.
- Zweite Mahnung nach 14 Tagen mit Verzugszinsen (§ 288 Abs. 1 BGB).
- Nach 30 Tagen automatischer Verzug ohne Mahnung (§ 286 Abs. 3 BGB) — Zinsen laufen rückwirkend.
- Bei Rückstand von mehr als zwei Monatsmieten fristlose Kündigung nach § 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB prüfen.
Häufige Zahlungsmuster und ihre Ursachen
Bei sauberem Abgleich kannst du innerhalb weniger Monate Muster erkennen: Ein Mieter, der die ersten drei Tage des Monats regelmäßig zu spät ist, hat meist ein Gehaltseingangsproblem, kein Bonitätsproblem. Ein Mieter, der plötzlich einen Cent zu wenig überweist, hat vermutlich die Miete manuell korrigiert und einen Rundungsfehler erzeugt. Diese Signale sind wertvoller als jeder Bonitäts-Score, weil sie aus deinen eigenen Daten kommen.
| Muster | Wahrscheinliche Ursache | Empfohlene Reaktion |
|---|---|---|
| Immer 2 Tage zu spät | Gehaltseingang am 1. | Fälligkeit auf 5. verlegen (Vertragsanpassung) |
| Runde Beträge statt exakte Miete | Mieter überweist manuell | Sepa-Lastschrift anbieten |
| Nur alle 2 Monate Doppelzahlung | Mieter vergisst Dauerauftrag zu ändern | Dauerauftrag-Vorlage schicken |
| Zahlung ohne Verwendungszweck | Alter Dauerauftrag | Standard-Verwendungszweck anfordern |
| Sinkender Betrag | Nachverhandlung ohne Rücksprache | Formell klarstellen: Miete ist unverändert |
Die richtige Reaktion ist selten die Mahnung, sondern das Gespräch. Wer mit Musterkenntnis anspricht („Mir ist aufgefallen, dass die Miete meist am 5. kommt — soll ich die Fälligkeit auf den 5. verlegen?"), löst das Problem ohne Konflikt. Der automatische Abgleich liefert die Datenbasis für dieses Gespräch — er ist damit nicht nur ein Buchungshelfer, sondern ein Vermieter-Frühwarnsystem.
Häufige Fragen
Ist der PSD2-Kontozugriff sicher?
Ja. PSD2 erlaubt Kontoinformationsdiensten nur den lesenden Zugriff nach starker Kundenauthentifizierung. Deine Bank protokolliert jeden Zugriff und du kannst ihn jederzeit widerrufen (§ 675k BGB).
Wann darf ich mahnen — und was kostet das den Mieter?
Ab dem Tag nach Fälligkeit (§ 556b BGB, i. d. R. der Dritte). Ohne Mahnung tritt Verzug spätestens 30 Tage nach Fälligkeit ein (§ 286 Abs. 3 BGB). Mahnkosten für den ersten Mahnbrief sind umstritten — ab der zweiten Mahnung sind Pauschalen bis 5 € üblich.
Was ist der Basiszinssatz und wo finde ich ihn?
Der Basiszinssatz wird halbjährlich von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht. Im Verzug rechnest du 5 Prozentpunkte darauf (Verbraucher) oder 9 Prozentpunkte (B2B) nach § 288 BGB.
Kann ich Mahnkosten in Rechnung stellen?
Ja, aber nur die tatsächlich entstandenen Aufwendungen (Porto, ggf. Registerauszug). Pauschale „Bearbeitungsgebühren" ohne konkreten Nachweis sind nach BGH-Rechtsprechung unzulässig.
Was tue ich, wenn ein Mieter dauerhaft mit Karenzfrist zahlt?
Ändere im Einvernehmen den Fälligkeitstag im Mietvertrag. Wichtig: schriftlicher Nachtrag, sonst gilt weiter § 556b BGB. Alternativ: Sepa-Lastschriftmandat anbieten — das entkoppelt Fälligkeit und Gehaltseingang komplett.