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Ratgeber · 7 min Lesezeit

Heizöl-Bestand richtig abrechnen — Verbrauch statt Rechnungssumme, bewertet nach FIFO.

Beim Öltank zählt nicht, was du gekauft, sondern was das Haus verbraucht hat. Wie du Anfangs- und Endbestand ermittelst und den Restbestand nach FIFO bewertest.

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Warum die Rechnungssumme falsch ist

Bei Gas und Fernwärme misst ein Zähler den Verbrauch des Abrechnungsjahres. Beim Heizöl kaufst du dagegen auf Vorrat: Eine Tankfüllung im November wird zum Teil erst im Folgejahr verbrannt. Wer einfach die Öl-Rechnungen des Jahres umlegt, rechnet deshalb gekaufte statt verbrauchte Mengen ab — und genau das lässt §7 Abs. 2 HKVO nicht zu, denn umlagefähig sind die Kosten der verbrauchten Brennstoffe.

Die Folge falscher Abrechnung ist nicht nur juristisch: In Jahren mit großer Bevorratung zahlen die aktuellen Mieter zu viel, nach einem Mieterwechsel profitiert der Nachmieter vom vollen Tank des Vorgängers. Sauber wird es nur über die Bestandsrechnung.

Die Grundformel der Bestandsrechnung

Der Verbrauch des Abrechnungsjahres ergibt sich aus drei Größen: Anfangsbestand plus Zukäufe minus Endbestand. Der Endbestand des einen Jahres ist automatisch der Anfangsbestand des nächsten — deshalb lohnt es sich, die Bestandsermittlung jedes Jahr zum selben Stichtag durchzuführen, idealerweise zum Ende des Abrechnungszeitraums.

Ein Beispiel: Am 1. Januar lagen 2 000 Liter im Tank, im Jahr wurden 5 000 Liter geliefert, am 31. Dezember sind noch 1 500 Liter da. Verbraucht wurden also 2 000 + 5 000 − 1 500 = 5 500 Liter. Nur diese 5 500 Liter gehören — bewertet mit den richtigen Preisen — in die Heizkostenabrechnung.

So ermittelst du den Tankbestand

  • Peilstab oder Tankuhr am Stichtag ablesen und das Ergebnis mit Datum und Foto dokumentieren
  • Literstand aus Füllstandsanzeige gegen die Tankgeometrie plausibilisieren — mechanische Anzeigen sind träge
  • Lieferscheine des Jahres sammeln: Liefermenge, Datum und Literpreis jeder Lieferung
  • Bestandsermittlung im selben Rhythmus wie die Abrechnung — der Stichtag sollte jedes Jahr gleich sein

FIFO: den Restbestand richtig bewerten

Die Liter sind das eine, die Euros das andere: Weil sich der Ölpreis unterjährig ändert, musst du festlegen, welche Lieferung als zuerst verbraucht gilt. Etabliert ist die FIFO-Methode (first in, first out): Das zuerst gekaufte Öl gilt als zuerst verbrannt. Der Endbestand wird folglich mit den Preisen der jüngsten Lieferungen bewertet, der Verbrauch mit den älteren Preisen.

Im Beispiel: Stammen die letzten 3 000 Liter aus einer Lieferung zu 1,05 € je Liter, wird der Endbestand von 1 500 Litern mit 1,05 € bewertet (1 575 €). Verbrauchskosten = Wert des Anfangsbestands plus Rechnungssummen der Zukäufe minus 1 575 €. Bleib bei der einmal gewählten Methode — ein Methodenwechsel zwischen den Jahren macht Abrechnungen unvergleichbar und angreifbar.

Typische Fehler bei der Heizöl-Abrechnung

  • Rechnungssummen des Jahres statt des tatsächlichen Verbrauchs umgelegt
  • Endbestand geschätzt statt gemessen — ohne Dokumentation bei Belegeinsicht kaum zu verteidigen
  • Endbestand mit Durchschnitts- statt FIFO-Preisen bewertet und die Methode jährlich gewechselt
  • Anfangsbestand vergessen, weil das Vorjahr nicht sauber abgeschlossen wurde

Mieterwechsel: der volle Tank des Vormieters

Beim Auszug eines Mieters stellt sich die Bestandsfrage im Kleinen: Der ausziehende Mieter hat über das Jahr Öl mitbezahlt, das noch im Tank liegt — der Nachmieter verheizt es. Gelöst wird das nicht über eine Tankstandsverrechnung mit dem Mieter, sondern über die normale Teilabrechnung: Der Jahresverbrauch des Hauses wird ermittelt wie beschrieben, und der Anteil des ausgezogenen Mieters wird über seine erfassten Verbrauchswerte oder — ohne Zwischenablesung — über die Gradtagszahlen abgegrenzt. Der Tankinhalt selbst bleibt eine reine Vermietersache; er taucht nur als Anfangs- und Endbestand der Jahresrechnung auf.

CO₂-Kosten beim Heizöl

Heizöl unterliegt der CO₂-Abgabe, und damit greift das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz: Die CO₂-Kosten des verbrauchten Öls werden nach dem Stufenmodell zwischen dir und den Mietern aufgeteilt — je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto höher dein Anteil. Auch hier zählt der Verbrauch aus der Bestandsrechnung, nicht die Liefermenge; die CO₂-Angaben findest du auf der Lieferrechnung.

Bestandsrechnung ohne Excel-Akrobatik

In Rentprime erfasst du Anfangsbestand, Lieferungen und Endbestand — die Heizkostenabrechnung rechnet Verbrauch und FIFO-Bewertung automatisch, verteilt nach §7 HKVO und weist das CO₂-Stufenmodell aus. Die Lieferscheine liest die Beleg-KI direkt ein, und im Ausweis bleibt jeder Bewertungsschritt für die Belegeinsicht nachvollziehbar. Ab 15,90 € im Monat.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Heizölverbrauch für die Abrechnung?

Anfangsbestand plus Zukäufe minus Endbestand. Nur der so ermittelte Verbrauch des Abrechnungsjahres ist nach §7 Abs. 2 HKVO umlagefähig — nicht die Rechnungssumme der Lieferungen.

Was bedeutet FIFO bei der Heizöl-Abrechnung?

First in, first out: Das zuerst gekaufte Öl gilt als zuerst verbraucht. Der Restbestand im Tank wird deshalb mit den Preisen der jüngsten Lieferungen bewertet.

Muss ich den Tankbestand wirklich messen?

Ja, zumindest nachvollziehbar ermitteln — per Peilstab oder Tankuhr, mit Datum dokumentiert. Ohne belegbaren Anfangs- und Endbestand ist die Verbrauchsrechnung bei einer Belegeinsicht nicht zu verteidigen.

Wie fließen die CO₂-Kosten des Heizöls in die Abrechnung?

Die CO₂-Kosten des tatsächlich verbrauchten Öls werden nach dem Stufenmodell des CO₂KostAufG zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt. Grundlage ist wieder der Verbrauch aus der Bestandsrechnung.

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